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Warum ich nicht mehr für Brunnen sammle. Blog #36

Für Brunnen zu spenden oder Spenden zu sammeln, ist eine gute Sache, denn es ist eine Sadaqa dscharija. Dies ist eine fortlaufende Spende, für die man auch noch nach seinem Tod Belohnung erhält, solange der Brunnen Nutzen für Mensch und Tier hat. Als ich dieses Angebot bekam, für eine Brunnenbaufirma Spenden zu sammeln, fand ich es eine tolle Gelegenheit Hasanat zu bekommen. Davon kann man schließlich nie genug haben. Leider hat sich dann alles anders entwickelt als gedacht.

Eine Schwester, die sich durch mich angemeldet hat, hat gar nicht erst angefangen zu sammeln. Der Druck, der dort ausgeübt wurde, in einer bestimmten Zeit einen Brunnen sammeln zu müssen, war ihr zu hoch.

Eine andere Schwester, hat ebenfalls die Gruppe verlassen, da der Umgangston ihr nicht gefiel, der nicht immer auf Freundlichkeit beruhte.

Auch ich hatte überlegt aus diesen Gründen auszusteigen, dachte dann aber, ich mache das ja für ALLAH, also hielt ich durch.

Da der ganze Umgang nicht sehr motivierend war, fiel es mir anfangs sehr schwer. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich aufraffen konnte. Der Druck erzeugte bei mir Gegendruck, sodass ich erst mal gar nichts machte. Erst nach drei Monaten fing ich an, mir eine Präsenz aufzubauen. Ich legte mir eine Facebook-Seite zu, einen Instagram-Account und gestaltete eine schöne Website.

Nun bin ich nicht mehr die Jüngste, habe Hidjra gemacht und bin am Reisen, habe also ein unbeständiges Leben. Auch habe ich zwei Kinder, welche zwar schon groß sind, aber auch ihre Aufmerksamkeit wollen. So ging alles recht langsam voran.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein offener und ehrlicher Mensch bin. Ich sage, was ich denke und lasse mir nicht den Mund verbieten. Also habe ich auf Fehler oder falsches Verhalten hingewiesen, welches mir sehr übel genommen wurde. Kritik annehmen, dazu bedarf es Stärke, Selbstbewusstsein und als Muslim viel Iman. Die Kommentarfunktion wurde gesperrt, sodass niemand mehr fragen konnte oder Hilfe anfordern konnte. Ein späteres Mal wurde ich dann, wegen meiner Fragen aus der Chat-Gruppe ohne erklärenden Kommentar entfernt. Solch ein Verhalten ist gleichzusetzen, wenn man im persönlichen Umgang mit jemanden redet und dieser, einem die Tür vor der Nase zuknallt. Eine Respektlosigkeit, die im Islam nichts zu suchen hat. Oft meinen Jüngere, dass sie vor Älteren auch nicht respektvoll sein müssen und es eh besser wissen. Rat wird nicht angenommen, da Schaitan das Ego füttert. Eine traurige Entwicklung unserer Zeit.

Jedenfalls wurde ich rausgeschmissen, weil ich keinen ganzen Brunnen zusammen bekommen habe.

Alhamdulillah was Besseres konnte mir nicht passieren. Jetzt habe ich wieder Zeit für mich. Die Anforderungen waren ziemlich hoch. Manche Tage hatte ich zu nichts anderem Zeit, alles drehte sich nur noch um den Brunnenbau, ständig gab es irgendwelche Aufgaben, die man erfüllen musste. Es war schon mehr als ein Fulltime-Job an manchen Tagen.

Nun habe ich meine Freiheit wieder, mich um die Menschen zu kümmern, die mir am Herzen liegen und kann mich dem widmen, was mir Spaß macht. Ich habe mal wieder gemerkt, dass man auch von Muslimen heutzutage nicht mehr islamisches Verhalten erwarten kann. Leider stelle ich dies immer öfter fest, da wir wohl dem jüngsten Tag immer näher kommen. Jeder wünscht sich eine starke Ummah, die zusammen hält, dass aber auch jeder selbst diese Ummah sein muss und nicht nur von anderen etwas erwarten kann, ist den Meisten wohl nicht bewusst.

Möge ALLAH mir meine Bemühungen belohnen und mir meine Fehler vergeben. Amin.

Wenn ich mal wieder Spenden sammle, dann freiwillig für ein gutes Projekt, wo ich frei bin, wie viel ich sammle und in welcher Zeit. Möge ALLAH all diejenigen belohnen, die sich für ihre Geschwister einsetzen und Gutes tun. Möge ER den Spendern ihr Einkommen mehren und ihnen die Tore des Paradieses öffnen. Amin.

Eine  Empfehlung für ein Buch mit tollen Rezepten mit Datteln. Dieses Buch hat eine Schwester geschrieben, die Hidjra vollzogen hat. Mit dem Kauf bekommt ihr also nicht nur leckere Rezepte, sondern unterstützt auch diese Schwester ein wenig.

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Möge ALLAH allen ihren Lohn zukommen lassen, ihn vermehren und uns vergeben. Amin.

 

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Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Van

    Danke für netten Ratschläge
    Einerseits berichten unter den akhwat nur Gutes über die Organisation. Dann lese ich deinen tollen Blog und bin total verzweifelt. Außerdem habe ich Sorge, dass die Gelder nicht zu 100 % ankommen. Bin leider total verunsichert jetzt.

    1. Raihana Bo

      Vertraue ALLAH und nicht den Menschen.

  2. Van

    As Salamu Alaikum liebe Schwester.
    Deine Entscheidung verstehe ich gut.
    Eine Schwester versucht mich auch zu werben. Ich finde den Gedanken Hasanat und Taschengeld gleichzeitig zu bekommen verlockend. EIne Arbeit für ALLAH und die Ummah suche ich schon lange. Jetzt bin ich aber durch deinen Post sehr misstrauisch geworden und hab Angst das gleiche wie du zu erleben 🙁
    Bekommt man seine Entschädigung direkt von der Organisation und von der Teamleiterin?

    1. Raihana Bo

      wa alaikum as salam wa rahmatuh ALLAH wa barakatuh
      Die Entschädigung erhältst du von der Firma. Bete Istikhara ob es gut für dich ist oder nicht und dann entscheide dich.

    2. muslim mental

      Es stellt sich auch die Frage, ob alle Organisationen genauso arbeiten. Es kann sein, dass man gerade die Organisationen ausgewählt hat, die am schlechtesten sind. Es kann aber auch sein, dass andere Organisationen viel besser in ihrem Umgang und Benehmen sind. Ich habe mir einige Bewertungen von Arbeitgebern angeschaut. Die Arbeitsbedingungen bei einigen werden durchaus positiv bewertet. In die hat man Einblick, wenn man nach „Firma X Jobs Bewertung“ googelt.

      1. Raihana Bo

        hhhhhh das ist ein Witz oder? Jeder weiß doch, dass diese Bewertungen von den Firmen selber gemacht sind. Wahrscheinlich gehörst du auch dazu.

      2. muslim mental

        Ach quatsch ich selber arbeite nicht in diesem Feld. Ich selber habe nur ähnliche Erfahrungen in einem anderen Bereich gemacht. Ich hatte mal ein Praktikum in einer Klinik gemacht und war schockiert, wie es dort zugeht. Da habe ich die Schlussfolgerung gezogen, dass ich doch nicht mehr in Kliniken arbeiten will. Aber einige Bekannte haben mir mitgeteilt, dass ich einfach nur Pech mit der Stelle hatte. Es gibt Kliniken, die viel bessere Arbeitsbedingungen anbieten. Deswegen kann es sich lohnen, mehrere Betriebe auszuprobieren. Vielleicht gibt es muslimische Ogranisationen, die auch bessere Arbeitsbedingungen ermöglichen. : )

  3. Supervisor

    السلام عليكم ورحمة الله وبركاته

    Zunächst, möge Allah dich für deine gute Absicht belohnen und dir den Lohn dafür schreiben. Amin.

    Generell sehen die meisten Menschen sehr oft einfach nur ihr eigenes persönliches Bild und denken nur an sich selbst.

    Würden sie das nicht tun und sich die Mühe machen die andere Seite zu sehen, dann würden sie erkennen und verstehen das was ihnen widerfährt völlig normal ist.

    Auch würden sie das annehmen was ihnen gesagt wird.

    Ich weiß nicht wie viel Praxis du in deinem beruflichen Leben gesammelt hast aber in einem bezahlten Job ist es für gewöhnlich so das etwas von dir erwartet wird. Wenn du das nicht leisten kannst wirst du ausgetauscht. Kein Mensch auf diesem Planeten wird dich 12 Monate lang bezahlen und fördern um zu sehen ob du dich vielleicht doch noch entwickelst.

    In dem Unternehmen wo ich arbeite werden Leute stark gefördert. Fragen beantworten, helfen, Workshops durchführen, motivieren, und und und…

    Das alles kostet Geld.

    Natürlich wird man dann nur Leute fördern die für den Job geeignet sind und schnell begreifen das es nur begrenzte Kapazitäten gibt.

    Das wäre in jedem anderen Job genau so.

    Wenn man in der Grundausbildung nicht die erforderlichen Punkte erreicht ist man eben draußen. Genau wie jemand der seinen Abschluss nicht schafft. Da setzt ein Unternehmen seine Mindeststandards.

    Man ist in diesem Fall dann für den Job nicht geeignet und kann den Kunden nicht gut beraten, es fehlt einem an Verständnis.

    Wenn man 12 Monate lang an einem einzigen Brunnen für 1.000€ arbeitet und es nicht schafft den zu sammeln dann muss man ebenfalls merken das man nicht geeignet ist. In derselben Zeit machen andere 100 Brunnen.

    Bedeutet Gutmütigkeit in diesem Fall das man jemanden ein Leben lang bezahlt und fördert auch wenn er nichts leistet?

    Du sprichst davon das du nur etwas für Allah tun willst, nur Hasanat wolltest und das habe man dir genommen.

    Wenn das so ist, was hindert dich daran privat zu sammeln ohne dafür bezahlt zu werden? Ist das dann nicht noch aufrichtiger? Jeder kann sammeln und brunnen ordern aber eben nicht jeder als Angestellter. Das gilt für euch alle.

    Statt dessen sitzt du hier und machst einen Blog auf indem du schlecht redest über Menschen. Du machst ein Unternehmen schlecht das Jährlich Millionen Menschen das Leben rettet. Du stellst die ganze Situation völlig falsch dar, lässt es rüber kommen als wäre da eine Drücker Kolonne am Werk. Wie aufrichtig ist das vor Allah?

    Schaffe erst einmal das was diese Leute geschafft haben und arbeite für dich statt gegen dich. Das alles landet in deinem Buch und auch die Schäden die daraus resultieren.

    Wenn du Kritik annehmen kannst wie du schreibst dann lässt du diesen Kommentar stehen und nimmst die Kritik an dir selbst auch an…

    1. Raihana Bo

      wa alaikum as salam wa rahmatuh ALLAH wa barakatuh
      Erst einmal wurde ich nicht bezahlt, deshalb hinkt das Beispiel mit dem Job. Auch wenn man für einen Job bezahlt wird, erwartet man respektvollen Umgang, sonst kündigt man. Ein Arbeitgeber sollte stehts bemüht sein, sein Team zu motivieren und anzuspornen und nicht runter zumachen. Die positive und aufbauende Stimmung bringt den Gewinn, nicht das mit der Peitsche hinterher laufen.
      Ich hatte selber bereits ein Team mit 8 Angestellten, die für Geld gearbeitet haben. Ich weiß , dass es schwer ist, jeden bei Stimmung zu halten und zufrieden zustellen. Wenn man jedoch nur für eine geringe Provision arbeitet, die den Arbeitsaufwand nicht gerecht wird und dann ständig demotiviert wird, ist es schwer die gute Absicht für ALLAH aufrecht zuhalten.
      Außerdem habe ich keine 12 Monate gebraucht. Auch habe ich in der Zeit Spenden gesammelt, für Qur’ane, für Syrien, für Schafe usw. Nur eben keinen ganzen Brunnen zusammen bekommen. Spenden sammeln ist eine freiwillige Sache, die man für ALLAH und seine Geschwister macht. Die kleine Provision ist kein Gehalt , wie in einem Job , sondern lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung, die dem Aufwand am Anfang auf keinen Fall gerecht wird. Genau deshalb ist es so wichtig sich zu bestärken, zu unterstützen und vor allem einen islamisch respektvollen Umgang zu pflegen.
      Dein Beispiel mit der Drücker Kolonne ist übrigens sehr passend, schade das ich nicht darauf gekommen bin.

  4. katharina

    Salam Aleykum

    leider habe ich das gleiche erlebt, wie du. Ich sammle auch nicht mehr.

  5. Ayat

    Amin ya rabb 💐

  6. Susann Uckan

    As salamu alaikum, Schwester. Was du da schreibst, habe ich mittlerweile schon oft von anderen Schwestern gehört, die ebenso durch eine Organisation den Druck bekamen, für Brunnen Spenden zu sammeln. Das ist so unglaublich traurig, dass für so ein wichtiges Projekt, solch eine negative Stimmung erzeugt wird, welches dann die Motivation nimmt. Selbst da versagen wir als Ummah und ich fürchte mich vor dem Tag des jüngsten Gerichts. Möge Allah uns allen vergeben, Amin.

    Deine Entscheidung kann ich sehr gut nachvollziehen und ich wünsche mir für dich, dass du durch die Hingabe zu deinen Liebsten um dich herum und die zukünftigen druckfreien Projekte die Hasanats sammeln kannst, die du zuvor mit dem Brunnenbauspenden erreichen wolltest.

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