You are currently viewing Aufschrei unter Muslimen  Blog #38

Aufschrei unter Muslimen Blog #38

As salamu alaikum wa rahmatuh ALLAH wa barakatuh meine Lieben und Hallo an alle!

Zurzeit geht durch alle Social Medien eine Nachricht.

Missbrauchsfall in Koblenzer Kita.

Es betrifft eine muslimische Familie. Die Mutter ist aus Marokko, der Vater aus Ägypten.
Sie berichten in einem Video auf YouTube und anderen Kanälen, dass ihre vierjährige Tochter in der Kita vergewaltigt wurde.
Ein Aufschrei der Muslime macht die Runde. Und wie sollte es anders sein, es gibt zwei Seiten. Die einen voller Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, die anderen, die nicht daran glauben, weil die Staatsanwaltschaft den Fall niedergelegt hat. Es gibt angeblich keine stichhaltigen Beweise.
Ärzte, die das Kind untersucht haben, wollen den Missbrauch nicht schriftlich bestätigen, haben es aber wohl mündlich ausgesprochen. Fotos des Kindes, die eine Rötung im Analbereich zeigen, sind nicht eindeutig. Es soll auch Risse geben, die das Eindringen bestätigen.

Ich bin sehr traurig überhaupt von solchen Fällen zuhören und in diesem Fall auch enttäuscht von den Muslimen.

Ich bin ausgebildete Beraterin für sexuell missbrauchte und misshandelte Frauen und Kinder.

Studien belegen, dass jede dritte Frau irgendwann in ihrem Leben sexuelle Übergriffe erlebt hat. Diese können verbal, durch Anfassen oder im schlimmsten Fall durch Vergewaltigung stattgefunden haben.
Jeden Tag werden auf der ganzen Welt, in jedem Land, Frauen vergewaltigt, Kinder missbraucht.

Oft habe ich versucht, an der Schule meiner Kinder, Mütter dafür zu sensibilisieren, damit sie ihre Kinder schützen. Leider meist vergeblich. Die meisten wollten nicht einmal zuhören mit dem Argument, es ist so schrecklich, daran zu denken, dass sie es gar nicht tun wollen. Einfach wegschieben und hoffen, dass ihre Kinder nicht betroffen sind, denn sie beschützen ja ihre Kinder.

Wer in einem europäischen Land, das voll von Pädophilen ist, lebt, kann sein Kind nicht schützen. Übergriffe finden in Kindergärten von Erziehern und Erzieherinnen statt. In Schulen von Lehrern und Lehrerinnen, oft im Sportunterricht oder beim Schwimmen und in Vereinen aller Art von den dortigen Betreuern, ob männlich oder weiblich. Oft werden diese Vorkommnisse gar nicht erst bekannt. Sie werden abgestritten und den Eltern wird nicht geglaubt, man versucht es zu vertuschen und den verzweifelten Eltern fehlt oft die Kraft und die finanziellen Mittel, um dagegen vorzugehen.
Dazu kommt noch die Gesellschaft, die diese Familien dann als Lügner und Verleumder darstellt. Sowie vergewaltigten Frauen auch heute noch die Schuld an ihrer Vergewaltigung gegeben wird. Ein Thema, welches öffentlich zwar mittlerweile immer häufiger Gehör findet, aber dennoch in konkreten Fällen selten bis gar nicht, gänzlich aufgedeckt werden.
Die meisten Übergriffe sollen laut Studien zu Hause im Verwandtschaftskreis stattfinden. Väter und Mütter, Onkel und Tanten, auch die Großeltern oder der nette Nachbar sind die Täter.
Diese Aussage wiegt viele in falsche Sicherheit, denn sie vertrauen ihren eigenen Familien, denken aber nicht daran, dass ihre Kinder auch von Fremden belästigt werden können.

Ein weiteres Argument, das Mütter mir gegenüber oft erwähnen ist, dass sie ihre Kinder nicht über solche Sachen aufklären wollen, sie sollen keine Angst vor Menschen bekommen und mit glücklichen Gefühlen und im vollen Vertrauen aufwachsen.

Was für eine Einstellung!

Wer in der Dunja, in diesem Zeitalter lebt, muss schon sehr naiv und blind sein, nicht mitzubekommen, was um einen herum vorgeht.
Ich bin mir ganz sicher, dass jeder mindestens ein Kind kennt, was missbraucht oder vergewaltigt wurde. Ob es das Kind aus dem Kindergarten ist, was mit deinem Kind immer spielt, oder das Kind aus der Schule, welches mit deinem Kind an einem Tisch sitzt, oder der kleine Junge oder das kleine Mädchen vom Spielplatz mit der netten Mutter, mit der du dich immer unterhältst.
Man sieht es ihnen nicht an, welches Leid ihre Seelen erfahren haben und aus Scham und Angst auf Verurteilung wird es in der Öffentlichkeit nicht breitgetreten.

Was mich in diesem Fall der Koblenzer Kita enttäuscht, ist, dass die Muslime jetzt aufschreien, weil es ein arabisches Kind ist, was es betrifft. Was ist aber mit all den anderen Kindern, die Tag ein Tag aus dieses Leid erfahren. Ja, es ist gut, dass Muslime wach werden, wenigstens ein Teil von uns, die jetzt die Augen aufmachen. Trotzdem bin ich enttäuscht, dass es erst jetzt geschieht und wahrscheinlich bald wieder verstummt. Wenn niemand mehr darüber spricht, lässt auch die Aufmerksamkeit der Eltern nach und es passiert wieder und wieder und wieder.
Einen falschen Gedanken gibt es auch noch, denn viele schützen nur ihre Mädchen und meinen Jungs passiert es nicht. Ein fataler Irrtum in einer Welt, in der Homosexualität als normal und schon fast als erstrebenswert gilt.

Was solche sexuellen Übergriffe mit einem machen, kann sich kaum jemand vorstellen. Menschen, die es durchgemacht haben, nennt man nicht umsonst Überlebende. Ein Begriff, der unter Missbrauchten angewendet wird, denn viele haben Suizid Gedanken und ein Großteil der Betroffenen hat es mindestens einmal probiert. Man kann es verarbeiten, aber nie vergessen. Ein normales Leben ist selten möglich. Schwere Traumata bleiben ein Leben lang erhalten, auch wenn die Betroffenen es schaffen, wieder zu lachen und glückliche Beziehungen zu haben, gibt es immer diesen dunklen Fleck in ihrem Herzen, der irgendwo im Alltag Schwierigkeiten bereitet. Manchmal sind es schlaflose Nächte mit Albträumen, manchmal auch einfach nur eine erhöhte Sensibilität, die bei kleinen Vorfällen, Streitigkeiten dafür sorgt, dass sie nicht belastbar sind und ihren Alltag nicht mehr auf die Reihe bekommen.
Das Unverständnis der Gesellschaft sorgt dafür, dass sie mit ihren Gedanken und Gefühlen alleine sind und sich selten jemanden anvertrauen können, wenn sie nicht geächtet werden wollen. Sie werden für ihre Reaktionen verurteilt, weil niemand weiß, was in ihnen vorgeht.
Leider sind Eltern auch oft froh, wenn Kinder das Geschehen vergessen. Jedoch ein wirkliches Vergessen ist es leider nicht, es wird verdrängt. Die Verdrängung sorgt dafür, dass Betroffene, wenn sie Erwachsen sind, Beschwerden haben ohne zu wissen, woher diese kommen. Manchmal kommen erst Jahre später, wenn man selbst schon Kinder hat, Erinnerungen und Vermutungen auf, die man dann selber nicht glauben will, weil das nicht sein kann, was nicht sein soll.

Bitte klärt eure Kinder auf. Sagt ihnen, dass ihr Körper nur ihnen gehört und niemand sie im Schambereich anfassen darf. Auch die Eltern sollten dies nicht tun. Ich habe meine Jungs sich bereits mit 2-3 Jahren selbst in dem Bereich waschen lassen. Habe ihnen gesagt, das ist nur für sie selbst. Natürlich habe ich den Rest gewaschen und sie abgeduscht, als sie noch klein waren. Aber so lernen sie, ihren Körper zu schätzen. Auch sollte man Kinder nie dazu zwingen, der lieben Oma oder Tante einen Kuss zu geben, man erzieht sie dadurch zum sexuellen Gehorsam. Kinder müssen selbst entscheiden dürfen, mit wem und wann sie körperlichen Kontakt haben wollen, nur dann sind sie stark genug wegzurennen und nicht zu gehorchen, wenn man ihnen sagt, sie sollen sich ausziehen und mit sich machen lassen. Auch sollten Kinder von Anfang an lernen, ihre Geschlechtsteile zu benennen, damit, wenn es zu Übergriffen kommt, auch exakt darüber berichten können. Bitte passt auf eure Kinder auf, klärt sie auf und sollte es doch passieren, verdrängt es nicht, lasst sie darüber reden und tröstet sie ohne Vorwürfe. Leider sagt man auch kleinen Kindern schon, sie hätten ja wegrennen können oder Nein sagen müssen. Kinder werden zum Gehorsam erzogen, sie sollen auf Erzieher und Lehrer hören und können noch nicht unterscheiden, wann Gehorsamkeit angebracht ist und wann nicht. Bitte macht ihnen nicht auch noch Schuldgefühle dazu.
Möge ALLAH uns vor allem Übel beschützen und die Ummah wachrütteln und bei jedem Kind aufstehen lassen, dass dieses Leid erfahren muss. Amin.

 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. muslim mental

    Die Fälle häufen sich. Auch in meiner Stadt gab es erst vor wenigen Wochen so einen Fall in einem Kindergarten. Das Glück: Der Missbrauch konnte innerhalb kürzester Zeit bestätigt werden. Das war nur möglich, weil eine Erzieherin aus der Kita mutig war und offen über die Machenschaften ihrer Kollegen sprach. Somit waren die Eltern mit ihrer Anschuldigung nicht alleine. Bei vielen anderen Fällen aus meiner Stadt und Umgebung sieht es aber anders aus. Viele Fälle bleiben ungelöst und die Täter unbestraft, weil es einfach an Beweisen fehlt. Ich persönlich fordere eine bessere Überwachung von den Kita-Räumen. Bei Bedarf kann dann direkt ermittelt werden, was genau vorgefallen ist. Die Zeiten in denen wir leben sind einfach nur verrückt.

Kommentare sind geschlossen.